16.06.2006
Nach dem Selbstmord des ehemaligen Chefs der saarländischen Betrugsfirma CTS hat die Saarbrücker Staatsanwaltschaft neue Ermittlungen aufgenommen.
Der 54-Jährige habe sich bereits Ende Mai das Leben genommen und einen Abschiedsbrief hinterlassen, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Raimund Weyand, heute einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung «Die Rheinpfalz». In dem Brief würden weitere Personen der Mitwisserschaft am bislang spektakulärsten Betrugsfall in Rheinland-Pfalz und dem Saarland beschuldigt. Weitere Angaben wollte Weyand aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht machen.
Der Ex-Geschäftsführer der Saarlouiser Firma CTS war im Jahr 2003 wegen Anlagebetrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die Firma CTS hatte rund 3000 Anleger mit über zoge nen Ren dite verspre chen bei Warentermingeschäften um bis zu 112,4 Mil lio nen Euro geprellt.
CTS versprach eine jährliche Verzinsung von mehr als 15 %. Die CTS sollte 30 % der Gewinne aus der Anlage erhalten, die Anleger 70 %. Anfangs wurden den Anlegern jährliche "Gewinne" gutgeschrieben, die die CTS über Brokerhäuser an US-Terminbörsen "verdient" haben wollte.
Davon ließen sich viele Anleger allerdings nur einen Bruchteil tatsächlich auszahlen, den Rest investierten sie in weitere Anlagen. Vor ihrer Insolvenz im Jahre 2001 konnte die CTS die versprochenen Gewinne nur noch im Schneeballsystem dadurch auszahlen, dass sie die geleisteten Kapitaleinlagen neuer Anleger als vermeintliche Gewinne wieder an andere Anleger auskehrte.
Dieser Text gibt den Beitrag vom 16.06.2006 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.