EHEC-Skandal: Verhalten der deutschen Regierung ruiniert deutsche und spanische Gemüsewirtschaft
18.08.2011

Laut eines Artikels in der Welt-Online ist die Nachfrage nach spanischem Gemüse in der EHEC-Krise stark eingebrochen. Eine von Deutschland geförderte Kampagne soll helfen.



Die wirtschaftlichen Folgen der EHEC-Krise in Deutschland bekommen bislang vor allem die spanischen Gemüseproduzenten zu spüren. Die finanziellen Schäden belaufen sich nach Angaben Spaniens Europaminister Diego Lopez Garrido auf rund 200 Millionen Euro pro Woche.

 

Die Bundesregierung habe ihm zugesagt, Spanien bei dem Bemühen zu unterstützen, das Image seiner landwirtschaftlichen Produkte wieder zu verbessern, zum Beispiel auf Messen oder durch Werbekampagnen. Pro Jahr exportiert Spanien vier Millionen Tonnen Gemüse - 25 Prozent davon gehen nach Deutschland, das damit der wichtigste Markt der spanischen Produzenten ist.

 

In den vergangenen 30 Jahren habe es nie Probleme gegeben, versicherte Garrido. Doch nachdem spanische Gurken fälschlicherweise in den Verdacht geraten waren, Ursache für die EHEC-Epidemie in Deutschland zu sein, war die Nachfrage nach spanischem Gemüse dramatisch eingebrochen.

 

Obwohl Schadensersatzklagen der Spanischen Regierung gegen Deutschland nicht geplant sind, sind Klagen privater Unternehmen nicht ausgeschlossen. So will etwa der spanische Gemüsehändler Frunet gerichtlich gegen die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz vorgehen. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte tagelang den Eindruck erweckt, Frunet sei verantwortlich für die EHEC-Epidemie in Deutschland. Der Verdacht hatte sich jedoch später nicht bestätigt.

 

Mit der Nennung des Namens des Betriebs durch die Behörde in diesem Stadium, könnten die Verantwortlichen ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben. Frunet erwägt daher, auf Schadenersatz zu klagen. Um die von den Folgen der EHEC-Krise betroffenen EU-Bauern zu unterstützen, hat die Brüssler Kommission ihre angekündigten Hilfen bereits auf 210 Millionen Euro aufgestockt.

 

Allein für die deutschen Gemüsebauern summieren sich die Einbußen durch die EHEC-Krise inzwischen auf rund 60 Millionen Euro. Der Absatz deutscher Gemüseprodukte habe sich laut des Deutsche Bauernverbands seit Ausbruch der EHEC-Epidemie nahezu halbiert.

 

Für weitere Informationen können sich betroffene Bauern dem BSZ e.V. Aktionsbündnis "EHEC-Skandal" anschließen.

 

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Dieser Text gibt den Beitrag vom 18.08.2011 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.