Mehr Entschädigung für Alteigentümern von Grundstücken die zu DDR Zeiten bebaut wurden
01.05.2005

Mit einem Grundsatzurteil entschied das Thüringer Oberlandesgericht in Jena, dass bei der Entschädigung der Alteigentümer von Grundstücken, die zu DDR-Zeiten komplex bebaut wurden, stets vom Wert eines baureifen Grundstücks ausgegangen werden müsse. Als Konsequenz aus dem Urteil kommen nun alleine auf die Stadt Erfurt nach Angaben einer Sprecherin Gesamtforderungen von rund 15 Millionen Euro zu. Bei der damaligen Bebauung der Grundstücke zu DDR Zeiten waren die Eigentumsverhältnisse stets völlig außer Acht gelassen worden. Während die Städte als Ausgangsbasis für die Ermittlung des von ihnen zu entschädigenden Bodenwertes den wesentlich kostengünstigeren Durchschnittswert aller im betroffenen Gebiet gelegenen Grundstücke angesehen hatte, wollten die Kläger den erheblich höheren Wert eines baureifen Grundstücks berechnet haben. Dies wurde vom Gericht schließlich auch als rechtmäßig angesehen. Zur Begründung hieß es, durch die Bezugnahme auf den einheitlichen Bodenrichtwert anhand eines baureifen unbebauten Grundstücks werde vermieden, dass eine individuell oft kaum durchzuführende unterschiedliche Bewertung der einzelnen Grundstücke erfolgen müsse.
 
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Dieser Text gibt den Beitrag vom 01.05.2005 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
 
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