Gericht entscheidet zu Gunsten der Käufer von Schrottimmobilien
29.06.2005

Eine hannoversche Wohnungsbaugesellschaft muss eine 1995 verkaufte Eigentumswohnung zurücknehmen und den Vertrag rückgängig machen. Der 16. Zivilsenat des OLG Celle hat damit die Entscheidung aus erster Instanz bestätigt und seine bisherige Rechtsprechung zum Thema Schrottimmobilien zu Gunsten der Käufer geändert.

 

Der Wohnungskäufer sei falsch beraten worden, so die Begründung. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Urteils ist die Revision zum Bundesgerichtshof aber zugelassen. Wird das Urteil rechtskräftig, kommt auf das beklagte Unternehmen möglicherweise eine Welle von Forderungen zur Rückabwicklung zu. Die Wohnungsgesellschaft hatte Kaufinteressenten über die Bausparkasse Badenia damit gelockt, dass ein Immobilienkauf ohne Eigenkapital mit Hilfe ersparter Steuern eine sichere Vermögensanlage für das Alter sei. Das überzeugte die Kläger, die eine Wohnung als Altersvorsorge kauften. Die damals knapp 40 Jahre alten Käufer wurden nach Erkenntnis des Gerichts aber nicht darüber aufgeklärt, dass die Gesamtlaufzeit der Finanzierung knapp 30 Jahre betrug. Für die Kläger wäre diese Information ein Grund gewesen, von dem zur Altersvorsorge gedachten Sparkonzept Abstand zu nehmen. Die Käufer seien zudem nicht über die mit dem optisch niedrigen Zinssatz verbundenen Risiken aufgeklärt worden. Az: 16 U 127/04.

Dieser Text gibt den Beitrag vom 29.06.2005 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
 
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