Geschlossene Immobilienfonds: Ex-Baulöwe Egon Banghard erneut zu Schadenersatz verurteilt.
01.05.2005

Rechtskräftiges Urteil spricht Anleger 536.856 Euro zu. Rechtsanwälte setzen erneut direkten Schadenersatzanspruch gegen ehemaligen Geschäftsführer der Fondsvertriebsgesellschaft Prinz zu Hohenlohe-Jagstberg & Banghard GmbH durch. Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe bestätigt Urteil des Landgerichts (LG) Heidelberg gegen den wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verurteilten Ex-Immobilien-König Banghard. Egon Banghard, Ex-Bau-Löwe, Ex-Präsident des Berliner Eishockey-Teams Capitals und wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, muss einem weiteren seiner geprellten Kunden Schadenersatz zahlen. Nach einem aktuellen Beschluss des OLG Karlsruhe (AZ 1 U 58/04)* wurde nun ein Urteil des LG Heidelberg (Urteil vom 11.02.2004; AZ 3 O 314/03)* rechtskräftig. Auf der Grundlage vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (ƒ 826 BGB) setzten die Rechtsanwälte Ansprüche in Höhe von 536.856 Euro für einen ihrer Mandanten durch. Er erwarb Ende 1998 auf Anraten Banghards Anteile an diversen geschlossenen Immobilienfonds der bereits damals umstrittenen Dr.-Hanne-Fonds. Die Rechtsanwälte erklärten : In Anbetracht der Tatsache, dass rechtskräftige Urteile aufgrund vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung, die sich aus Paragraf 826 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ergeben, selten sind, werten wir dieses als herausragend. Nach unseren Kenntnissen gibt es zahlreiche weitere Banghard-Geschädigte, die bisher den Klageweg scheuen. Für sie steigen jetzt die Chancen, zu ihrem Recht zu kommen. Mit dem Handel von Immobilien und Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds machte Banghard jahrzehntelang Milliardenumsätze. Seit Ende der neunziger Jahre geriet er unter anderem als Geschäftsführer der 1985 gegründeten Firma Prinz zu Hohenlohe-Jagstberg & Banghard jedoch vermehrt in Verruf: Immer mehr seiner Bauprojekte floppten, so beispielsweise das Berliner Suiten-Hotel Embassy-Suites in der Nähe des Pariser Platzes. Als Besitzer des Berliner Eishockey-Teams Capitals kam er diversen Zahlungsvereinbarungen nicht nach. Eine von ihm geplante Immobilien AG, die Hoba AG, wurde nie gegründet, obwohl er bereits in großem Stil Bezugsscheine für die Aktien verkauft hatte unter anderem an Franz Beckenbauer. Obwohl gegen Dr. Hanne bereits ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren eingeleitet war und Egon Banghard spätestens durch zahlreiche negative Presseartikel um die Unstimmigkeiten in dem schwer durchschaubaren Firmengeflecht wusste, vermittelte er die Anteile an den geschlossenen Immobilienfonds mit dem Hinweis, dass er diese aufgrund ihrer herausragenden Qualität nur besonderen Kunden seines Hauses empfehle und kümmerte sich auch direkt um die Kreditfinanzierung. Aktuelle Urteile** des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 14. Juni dieses Jahres stärken die Rechte von Kreditnehmern gegenüber ihrer Bank beim kreditfinanzierten Erwerb von Anteilen an einem geschlossenen Immobilienfonds. Nach den Urteilen des II. Zivilsenats des BGH muss der Anleger bei Täuschung so gestellt werden, als wäre er dem Fonds nie beigetreten und als hätte er den Kreditvertrag nie eschlossen. Somit hat die Bank keinen Zahlungsanspruch gegen ihn **Urteile vom 14.Juni 2004 - II ZR 392/01, II ZR 395/01, II ZR 374/02, II ZR 385/02, II ZR 393/02 und II ZR 407/02

Dieser Text gibt den Beitrag vom 01.05.2005 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
 
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