VIP Medienfonds 4: Gesellschafterversammlung in Garching bei München
18.09.2008

Am 17.09.2008 fand die Gesellschafterversammlung der VIP Medienfonds 4 GmbH & Co. KG in Garching bei München statt.

Der Geschäftsführer der VIP Medienfondsgesellschaft, Herr Thierry Potok, stellte zu Beginn der Versammlung die Situation dieses Medienfonds dar. Er gab zu, dass die Entwicklung des Fonds enttäuschend verlaufen sei und erklärte, dass die Verbesserung der Rendite oberste Priorität genieße. Aus diesem Grund stehe er mit Partnern in Verhandlungen, um einen Betrag in Höhe von 19 Mio. Euro, abgesichert durch eine Schuldübernahme, investieren zu können. Selbstverständlich werde, falls die Gespräche zu einem positiven Abschluss gebracht werden können, von den Anlegern bzw. dem Anlegerbeirat hierzu die Zustimmung eingeholt.

Herr Potok führte hierzu aus, dass im Falle eines erfolgreichen Abschlusses mit ziemlicher Sicherheit ein Ertrag von 13 Mio. Euro erwirtschaftet werden könne.

Die steuerrechtliche Situation sei nach wie vor, so Herr Potok, ungeklärt, er rechne jedoch mit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs Ende 2008 / Anfang 2009.

Neben den Bemühungen um die Steigerung der Rendite wurde das Controlling stetig verbessert und auch ein Justiziar angestellt, um die nicht unerheblichen Rechtsanwaltskosten des Fonds zu senken.

Von Seiten des Anlegerbeirats, der die Anlegerinteressen wahrnimmt, wurde ausgeführt, dass es mit der vormaligen Geschäftsführung Probleme gab, momentan aber ein gutes Arbeitsverhältnis mit dem neuen Geschäftsführer Herrn Potok herrsche. Nichts desto trotz gebe die finanzielle Entwicklung des Fonds keinen Anlass zur Freude. Darüber hinaus wies das Mitglied des Anlegerbeirats auf das bestehende Dilemma hin, dass Teile der Anleger gerne einen Großteil des derzeit beim Fonds vorhandenen Kapitals an die Anleger  ausgeschüttet haben wollen, während ein anderer Teil weitere Investitionen in Filmprojekte wünscht. Der Anlegerbeirat gab aber zu verstehen, dass er - sobald die Verhandlungen der Fondsgeschäftsführung bezüglich eines neuen Filmprojekts und dessen Absicherung abgeschlossen sind - die entsprechenden Unterlagen sorgfältig prüfen werde. Darüber hinaus wurde von Seiten des Anlegerbeirats darauf hingewiesen, dass mögliche Beratungshaftungsansprüche der Anleger im Zusammenhang mit der Zeichnung der Fondsbeteiligung ab dem 31.12.2008 zu verjähren drohen.

In diesem Zusammenhang kam vor allem auch im Hinblick auf die Commerzbank AG, die die meisten VIP Medienfonds 4 vertrieben hatte, die Frage auf, ob die Commerzbank AG eventuell Ansprüche gegen den Fonds aufgrund einer Vertriebsvereinbarung hätte.

Herr Rechtsanwalt Dr. Zwissler, der die Fondsgesellschaft berät, führte dazu aus, dass die Commerzbank AG nach seinem Kenntnistand bis dato keine Anstalten gemacht habe, entsprechende Ansprüche durchsetzen zu wollen.

Gerade diese rechtliche Problematik löst weitere Unsicherheiten bei den Anlegern aus. Sollte die Commerzbank eventuell Rückgriff bei der Fondsgesellschaft nehmen, so würde dies zu Lasten des Fondsvermögens und damit zu Lasten des einzelnen Anlegers gehen, so Rechtsanwalt und BSZ® e.V. Vertrauensanwalt Alexander Kainz von der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte, die zahlreiche Anleger  der VIP Medienfonds 3 und 4 vertritt und bereits mehrere klagestattgebende Urteile für VIP-Anleger erstritten hat.

Bereits aufgrund dieser Unsicherheit, sei es dringend anzuraten, vor dem 31.12.2008 eventuelle Beratungshaftungsansprüche gerichtlich geltend zu machen, um eine Verjährungshemmung der Beratungshaftungsansprüche herbeizuführen, so Rechtsanwalt Alexander Kainz weiter. Dies vor allem deshalb, weil aufgrund der obligatorischen Finanzierung eines Teils der Beteiligungssumme über die HypoVereinsbank AG dieses Darlehen zum Laufzeitende zurückgeführt werden müsse. Diese Anteilsfinanzierung in Zusammenhang mit der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung des Fonds und der - bis dato bestehenden - Aberkennung der Verlustzuweisungen führe zu erheblich Einbußen der Anleger, die deutlich über jenen Verlusten liegen, mit denen die VIP 3-Anleger rechnen müssen.  Er könne daher nur allen Anlegern des VIP Medienfonds 4, aber auch des VIP Medienfonds 3 anraten, diesbezüglich Hilfe von einem auf Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalt in Anspruch nehmen.

Betroffene können sich der BSZ® e.V. Anlegerschutzgemeinschaft „VIP" anschließen.
Dieser Text gibt den Beitrag vom 18.09.2008 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
 
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